"Es gibt nur eine übergreifende, universale Kultur: das wertschätzende Miteinander aller Kulturen" (H. G. Petzold)

INTEGRATIVE THERAPIE ist als Methode wissenschaftlicher Psychotherapie ein psychotherapeutischer Ansatz, der auf die wissenschaftlichen Grundlagen integrativer Therapietheorien und Methodik rekurriert. Sie wurde von H. G. Petzold unter Mitarbeit von Johanna Sieper und weiteren KollegInnen seit Mitte der 1960-Jahre entwickelt.

Es handelt sich hierbei um ein interaktionales, therapeutisches Verfahren, das neben dem verbalen Austausch auch Ansätze nonverbaler Kommunikation, sowie kreative Methoden, Techniken und Medien mit einbezieht.
Das Ziel ist Heilungsprozesse bei psychischen, psychosomatischen und psychosozialen Erkrankungen in Gang zu setzen, Besserungen von seelischen Leidenszuständen zu erwirken, sowie Beseitigung von Krankheitssymptomen zu erreichen.

Die Neuorganisation des Denkens, Erlebens und Verhaltens des Patienten wird mittels therapeutischen Kontakts, Begegnung und Beziehung unter Bearbeitung aktueller Lebensprobleme, Netzwerksituationen sowie unbewusster Konflikte erreicht, wobei einer sorgfältigen Handhabung der Gegenübertragung besondere Bedeutung zukommt.

Die therapeutische Beziehung wird in der IT in zweierlei Hinsicht begriffen:

  • therapeutische Beziehung als intersubjektives Geschehen

  • therapeutische Beziehung als intersubjektives Handeln

    INTEGRATIVE THERAPIE sieht auf dieser Basis Psychotherapie:

  1. 1.)  als kuratives und palliatives Handeln in ambulanten und stationären klinischen und rehabilitativen Settings;

  2. 2.)  als gesundheitsfördernde Arbeit, z. B. für Prävention und den Aufbau eines gesundheitsaktiven Lebensstils;

  3. 3.)  als Weg der Persönlichkeitsentwicklung, z. B. durch Förderung von Bewusstheit, Kompetenzerleben, Selbstwirksamkeit, persönlicher Souveränität im privaten und öffentlichen Bereich;

  4. 4.)  als Möglichkeit der Kulturarbeit und Kulturkritik durch Förderung gesellschafts- und gesundheitspolitischen Bewusstseins, Engagement für soziale Gerechtigkeit, Gesundheitskultur, Menschen- und Patientenrechte, sowie humane Lebensbedingungen.

(Textzusammenstellung / Anton Leitner; https://www.donau-uni.ac.at)